Plastiktüten


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Eine Kunststofftüte wird im Durchschnitt 25 Minuten lang benutzt. Im Vergleich zu anderem Plastikabfall gelangen Plastiktüten und andere dünne Plastikfolien besonders leicht durch Verwehung unbeabsichtigt in die Umwelt und machen auf dem Festland wahrscheinlich den Hauptanteil des Plastikabfalls in der Umwelt aus. Plastiktragetaschen können mehrere Hundert Jahre fortbestehen, oft als schädliche, mikroskopisch kleine Partikel, die Pflanzen und Tiere besonders im und am Meer gefährden und am Ende der Nahrungskette auch den Menschen betreffen.

In der EU werden nach Angaben des Europaparlaments jährlich rund 100 Milliarden Plastiktüten verwendet, etwa acht Milliarden davon gelangen in die Weltmeere – mit verheerenden Folgen. Wegen riesiger Müllteppiche sterben jedes Jahr Hunderttausende Vögel, Meeressäuger, Schildkröten und Fische.

An der Nordsee sind von 2008 bis 2012 im Schnitt 1,5 Plastik-Tragetaschen und drei kleine dünnwandige Plastiktüten pro hundert Meter Küstenlinie gefunden worden. Diese Fragmente werden von den Meereslebewesen mit Nahrung verwechselt: Sie können die Mägen der Tiere verstopfen und so zum Tod durch Verhungern oder innere Verletzungen führen.

Weltweit existieren mittlerweile eine Fülle von Kampagnen aber auch konkreter politischer Restriktionen zum Thema Plastiktüten. Zuletzt hat der amerikanische Bundesstaat Kalifornien ein Verbot umgesetzt und in diversen Ländern wie Bangladesch ist ein Verbot seit Jahren Standard. Auch europäische Länder wie Frankreich und Italien sind schon engagieren sich gegen Plastiktüten. In Paris trat 2007 ein Verbot von Kunststofftüten in Kraft. Ein landesweites Verbot nicht kompostierbarer Plastiktüten gibt es seit dem 1. Januar 2010. Seit dem 1. Januar 2011 ist die Vermarktung herkömmlicher Plastiktüten in Italien  verboten. Als Ersatz sollen Papiertüten, Stoffbeutel und andere leicht abbaubare Tüten, z.B. aus Maisstärke, dienen.

Die Bandbreite, welches EU-Land wie viele Tüten verbraucht, ist groß. Die wenigsten Plastikbeutel in der EU werden in Irland verwendet: Dort sind es im Schnitt 20 Stück – Irland hatte eine Abgabe auf Plastiktüten eingeführt. In Deutschland sind es 71 Tüten. Am wenigsten Müll mit Plastikbeuteln verursachen Dänen und Finnen. Sie nutzen 79 beziehungsweise 77 Stück. Spitzenreiter ist Portugal. Dort werden mehr als 500 Tüten pro Kopf verbraucht.

In Deutschland gibt es derzeit keine konkreten Absichten ein Verbot durchzusetzen – es wird meist auf die Notwendigkeit der Regelungen durch die EU oder das umfassende Recycling hingewiesen. Die EU wiederum setzt auf die Wahl zwischen Minimierungsstrategien auf 40 Tüten bis 2025 oder die Einführung einer Gebühr bis 2017. Die große Lobby der Kunststoffindustrie konnte ein Verbot bisher erfolgreich verhindern.

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