Ausstellung in Caroliensiel


Von Wolfgang Trumpf (Quelle Ostseezeitung)

Vom Band am Luftballon bis hin zum schweren Knäuel aus Nylon-Fischereigerät – im Meer landet tonneweise Abfall. Im Nationalpark-Haus Carolinensiel wird mit auf dieses globale Problem aufmerksam gemacht. Die Fundstücke, die gezeigt werden, sind zum Teil bizarr.

Carolinensiel – Jedes Jahr landen wohl mehr als 20 000 Tonnen Müll in der Nordsee – und kommen zurück: Als Plastikmüll an den Stränden oder in den Mägen verendeter Tiere.

Eine Ausstellung im Nationalpark-Haus Carolinensiel dokumentiert: Kein Strand ist mehr plastikfrei. Sie bietet erschreckende Informationen und präsentiert bizarre Fundstücke. Wie die Spielzeugschaufeln am Strand liegenbleiben, kann man sich ja noch vorstellen. Aber die Zahnpastatuben, Shampooflaschen und Klobürsten? Die Netze, in denen Vögel verenden, den Magen voller kleiner Plastikteile? Bei alledem ist die Kiste voller Flaschenpost noch eine nette Randnotiz der Ausstellung, die der Mellumrat – eine Naturschutz- und Forschungsgemeinschaft mit Sitz in Dangast/Varel – von jetzt an bis zum Saisonende im November im Nationalpark-Haus Carolinensiel zeigt. Mehr als 700 Plastikteile liegen pro 100 Meter an jedem europäischen Strand.

„Müll in unserer Meeresumwelt ist ein globales ökologisches, wirtschaftliches, gesundheitliches und ästhetisches Problem, dass mich mit großer Sorge erfüllt“, sagte Dr. Thomas Clemens vom Mellumrat bei der Eröffnung der Ausstellung. Ein besonderes Problem ist nach seinen Worten auch Mikroplastik, das man gar nicht mehr sehen könne, aber trotzdem erhebliche Gefahren in sich berge, zumal fast alle Plastiksorten jahrhundertelang erhalten blieben und die Natur sie kaum abbauen könne.

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