Bericht zur Auswirkung von hormonell wirksamen Stoffen auf die Reproduktion von Fischen


fisch

Für die erfolgreiche Fortpflanzung von Fischen ist der ungestörte Ablauf einer Reihe biologischer Prozesse notwendig, die unter hormoneller Kontrolle stehen. Hormonell wirksame Stoffe aus der Umwelt können diese Prozesse stören oder unterbrechen. Im durchgeführten Projekt wurde der Einfluss von drei hormonell wirksamen Stoffen aus der Umwelt, von 4-Nonylphenol, Bisphenol A und ß-Östradiol auf die Fortpflanzung der Salmonidae (Regenbogenforelle, Bachforelle, Äsche) untersucht. Bisphenol A ist in den meisten Kunststoffen enthalten und wird über Plastik in die Meere und Gewässer abgegeben. In Laboruntersuchungen wurde bestimmt, welche Phasen der Fortpflanzung von hormonell aktiven Substanzen aus der Umwelt beeinflusst werden und bei welchen minimalen Konzentrationen diese Effekte auftreten. Es wurden umweltrelevante Konzentrationen von 4-Nonylphenol, Bisphenol A und ß- Östradiol getestet, die in österreichischen Gewässern vorkommen, sowie jene Konzentrationen, die entsprechend dem bisherigen Wissenstand keinen Einfluss auf die Reproduktion von Fischen haben sollten(Unbedenklichkeitskonzentrationen).

Eine negative Beeinflussung der Fortpflanzung wurde bereits bei den bisher als unbedenklich erachteten Konzentrationen von Bisphenol A, ß-Östradiol und 4-Nonylphenol festgestellt. Bei diesen Konzentrationen trat eine Verringerung der Samenqualität (4-Nonylphenol, Bisphenol A, ß-Östradiol), eine Störung des zeitlichen Ablaufes der Gametenreifung (Bisphenol-A, ß-Östradiol) und eine Verringerung des Wachstums der Larven und Jungfische (4-Nonylphenol, Bisphenol A, ß-Östradiol) auf. Es ist sehr wahrscheinlich, dass diese negativen Effekte den natürlichen Fortpflanzungserfolg der Salmonidae entscheidend verringern. Die beschriebenen Versuche wurden über eine begrenzte Zeitspanne von 2 – 4 Monaten und in speziellen Lebensabschnitten der Fische durchgeführt. Es ist zu erwarten, dass die Unbedenklichkeitskonzentrationen noch bedeutend niedriger liegen, wenn die Fische während ihres gesamten Lebenszyklus hormonell aktiven Substanzen aus der Umwelt ausgesetzt sind.

Projektleitung und Durchführung: Univ. Doz. Dr. Franz Lahnsteiner/ Universität Salzburg

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