Bioplastik-Kritik


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Hier die wichtigsten Kritikpunkte:

Ressourcen: Der Markt für Biokunststoffe, die aus “nachwachsenden Rohstoffen” wie Weizen, Mais und Zuckerrohr gewonnen werden, wächst jährlich um bis zu 30 Prozent. Dadurch wird der ohnehin schon hohe Druck auf die verfügbaren Anbauflächen weiter verstärkt. Die Folgen des Verteilungskampfs zwischen den unterschiedlichen Nutz- und Energiepflanzen sind Waldrodung, sich ausbreitende Monokulturen, steigende Lebensmittelpreise und Hunger. Darüber hinaus verursacht der intensive Anbau von Rohstoffen wie Zuckerrüben, Mais oder Kartoffeln Umwelt- und Gesundheitsschäden, etwa durch Pestizide, Dünger und einen hohen Wasserverbrauch. Allein im letzten Jahr wurden weltweit rund 300.000 Tonnen Getreide für die Produktion von 200.000 Tonnen Bioplastik verwendet. Um die Plastikproblematik in den Griff zu bekommen, kann es daher sinnvoll sein, Biokunststoffe wenn möglich aus pflanzlichen Restprodukten zu fertigen, die dem Menschen nicht als Nahrung dienen.

Kompostierung: Bioplastik wird in der Praxis teilweise faktisch nicht kompostiert. Die Verrottungszeit ist höher als bei Biomüll, so dass die vermeintlich umweltschonende Alternative in der Regel einfach verbrannt wird.  Untersuchungen haben gezeigt, dass derzeit eingesetzte Bio-Kunststoffe relativ langsam verrotten, was für die Verwertung in industriellen Kompostieranlagen ein Problem darstellt (eine Hausgartenkompostierung ist sowieso nicht möglich), zudem entstehen laut Umweltbundesamt bei der Verrottung keine sogenannten wertgebenden Kompostbestandteile (wie Nährstoffe und Mineralien), sondern ausschließlich CO2 und Wasser. Daher empfehle sich die energetische Verwertung unter Nutzung des Energieinhaltes als Entsorgungsweg.

Laut Umweltbundesamt sprechen die Fälle, in denen seriöse Erkenntnisse bezüglich der biologisch abbaubaren Kunststoffe auf Basis nachwachsender Rohstoffe vorliegen gegen diese. Allerdings sei ihr Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz und zur anderweitigen Entlastung der Umwelt noch nicht vollständig untersucht, und aussagefähige Umweltbetrachtungen und damit Aussagen über ihre Nachhaltigkeit lägen für die Mehrzahl der Produkte aus biobasierten biologisch abbaubaren Kunststoffen bisher nicht vor.

Auch der Transport, die energieintensive Verarbeitung und das aufwändige Recycling (um zu verrotten, muss der Kunststoff erhitzt werden) wirken sich negativ auf die Ökobilanz aus.


Ein Gedanke zu “Bioplastik-Kritik

  • Max

    Das Anbauflächen für Biokunststoffe draufgehen lässt sich zur Zeit nicht vermeiden.
    Letztes habe ich gelesen das in Deutschland so viele Lebensmittel verbrannt werden.
    Das ist doch auch keine Lösung.

    Man ist gerade dabei Biokunststoffe aus anderen nachwachsenden Rohstoffen zu produzieren, wie z.B. aus Algen.

    Bei Biokunststoffen fehlt noch das System dahinter, der Entsorgungskreislauf.
    Dieser Entsorgungskreislauf wird zur Zeit aufgebaut.

    Großer PulsPunkt von Biokunststoffen das sie ohne schädliche Weichmacher und ohne Bisphenol A hergestellt werden.

    P.S. Sehr informative Webseite, weiter so. ;)

    MaxMex

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