Bisphenol A: Beratende Wissenschaftler der EU unter Lobby-Verdacht


Nachdem das EU weite Verbot von Plastiktüten auch durch Lobbyverbände verhindert wurden, wird jetzt ein mögliches Verbot von Bisphenol A zu verhindern versucht.

Die Europäische Union berät aktuell über neue Regelungen im Umgang mit oder sogar das Verbot von hormonell wirksamen Chemikalien. Diese Stoffe sind Auslöser für diverse Krankheiten. Sie werden über Plastikprodukte an Land und durch Plastikpartikel im Meer abgegeben. Insbesondere Bisphenol ist, auch aufgrund der Menge der an die Umwelt an Land und Wasser abgegebenen Mengen, zu verbieten. Die Auswirkungen auf die Wirtschaft wären umfassend, da sich alle Unternehmen, die Produkte in Europa verkaufen, an diese Vorschriften halten müssten. Entsprechend gab es schon erste kritische Stimmen gegen das Vorhaben.

18 Wissenschaftler haben sich in einem Editorial einer Fachzeitschrift kritisch zu den Plänen geäußert. Sie seien „wissenschaftlich nicht zu begründen“. Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass 17 der 18 Forscher mit der Chemie- und Pharmaindustrie, Biotechnologie-Unternehmen oder Herstellern von Kosmetika, Tabak und Pestiziden zusammengearbeitet haben.

Wann es auf europäischer Ebene zu einer Einigung kommen könnte, ist derzeit nicht klar. Entsprechend werden einige Länder selbst aktiv. Die französische Regierung will Bisphenol A in Lebensmitteldosen ab 2015 komplett verbieten. Und auch das schwedische Parlament strebt derzeit ein Verbot der Chemikalie an. In welchem Ausmaß ist noch nicht bekannt. In Deutschland gibt es derartige Pläne bisher nicht.

PLASTICONTROL fordert ein Verbot von Bisphenol A auf der Ebene der EU und Deutschlands. Dafür haben wir verschiedene Petitionen gestartet.

Kommentar erstellen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>