CDU Niedersachsen gegen Mikroplastik in Kosmetikprodukten


Die CDU im niedersächsischen Landtag hat einen Verbotsantrag zu Mikroplastik in Kosmetikprodukten eingebracht. Hier der Originaltext:

Fraktion der CDU Hannover, den 26.05.2015
Gewässer schützen – Mikroplastik in Kosmetikprodukten verbieten
Der Landtag wolle beschließen:

Entschließung
In Kosmetikprodukten wie z. B. Gesichts- und Körperreinigungsmitteln, speziellen Zahnpasten oder
Produkten zur Entfernung starker Verschmutzungen werden feste Kunststoffpartikel zugesetzt, um
deren Reinigungswirkung zu verbessern. Diese Partikel entfalten nachteilige ökologische Wirkungen
in Gewässern, da sie in den Kläranlagen vielfach nicht aus dem Abwasser gefiltert werden
können.
Der Landtag fordert daher die Landesregierung auf, sich für ein Verbot von Mikroplastikpartikeln in
Kosmetikprodukten einzusetzen und die produzierenden Unternehmen bei der Entwicklung von
praktikablen Alternativen zu unterstützen.

Begründung
Die Ursprungsquellen von mikroskopisch kleinen Kunststoffpartikeln sind vielfältig. Zum einen entstehen
sie beim Zerfall von größeren Plastikteilen wie z. B. Mülltüten. Ein weiterer Eintragsweg in
die Umwelt ist auch das Waschen von Kleidungsstücken aus Fleecestoff.
Sie werden aber auch gezielt produziert, um sie bestimmten Produkten zuzusetzen. Bereits jetzt
verzichten einige Hersteller auf den Einsatz von festem Mikroplastik in ihren Produkten oder arbeiten
an Alternativen. Auf diesem Weg muss die Kosmetikindustrie unterstützt und begleitet werden,
um die vermeidbaren negativen Auswirkungen des Mikroplastiks auf unsere Ökosysteme zu verhindern.
Mikroplastik ist für die meisten Kläranlagen zu klein und gelangt so in den Wasserkreislauf. Mikroplastik
wird von Meeresorganismen gefressen und ist nicht wieder aus der Umwelt zu entfernen. Es
wurde von Meeresbiologen in Seehunden, Fischen, Muscheln und kleineren Organismen nachgewiesen,
die es mit ihrer Nahrung aufnahmen. Es besteht der begründete Verdacht, dass Mikroplastikartikel
über den Verzehr von Meerestieren auch vom Menschen aufgenommen werden und sich
in menschlichen Körpern anreichern, was zu Krankheiten führen kann.

Björn Thümler
Fraktionsvorsitzender

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