POLITIK 1


Plastik bleibt für immer. Plastik ist ein Material, das in unserer Umwelt nicht abgebaut werden kann. Jede kleinste Menge Plastik, die jemals hergestellt worden ist, existiert nach wie vor. Ausgenommen die kleinen Mengen, die eingeäschert worden sind und somit zu giftiger Luft und zu Partikelemission wurden.

Hilfreich wäre das Sammeln und Weiterverwerten des Plastikmülls, der noch nicht zerfallen ist, damit dieser gar nicht erst in den Kreislauf gelangt. Ebenfalls wäre es sinnvoll, endlich international verbindliche Regelungen für die Entsorgung von Müll auf dem offenen Meer festzulegen, damit der Müll nicht mehr direkt über Bord im Meer versenkt wird.

Im Jahr 2008 wurden weltweit etwa 280.000.000 Tonnen Kunststoff für Verpackung und Produktion hergestellt. Der größte Teil davon wurde dabei für Verpackungen eingesetzt. In Deutschland lag die Recyclingquote von kunststoffreichen Verbrauchsabfällen in 2009 laut Veolia Umweltservice bei rund 60 Prozent. Ein weiterer Teil des Abfalls landete aber auch einfach in der Verbrennungsanlage. Auch ökologisch gesehen reine Verschwendung, wenn man bedenkt dass eine Tonne Recyclingkunststoff 400 bis 500 Euro kostet.

Plastik vergiftet unsere Nahrungskette. In unserer Umwelt wird Plastik in immer kleinere und kleinere Teilchen zerlegt, welche hochgiftige Chemikalien (Pestizide, Quecksilber, etc.) anziehen. Wissenschaftler sprechen vom Schwammeffekt. Diese Partikel werden durch wild lebende Tiere/Fische, zu Land und zu Wasser, mit Nahrung verwechselt und gegessen. Plastik vergiften somit auch unsere Nahrungskette!

Plastik beeinflusst die menschliche Gesundheit. Die giftigen Zusatzstoffe (Weichmacher) die Plastik formbar machen, sind bereits im Blut und im Gewebe von fast jedem Menschen nachweisbar, einschließlich Neugeborene (unsere Kinder).

Einwegverpackungen aus Plastik sind die Hauptverursacher von Plastikverunreinigung. Der Konsum von Einwegverpackungen ist außer Kontrolle geraten. Ist es nicht Wahnsinn, daß im Supermarkt mittlerweile bald 80 % des Gemüse und Obst in Plastik verpackt sind? Sie werden nur Sekunden bzw. Stunden benutzt, verbleiben aber für immer in unserer Umwelt.

Recycling ist keine nachhaltige Lösung. Anders als bei Glas und Metall ist das recyclen von Plastik sehr teuer und vermindert in keiner Weise die Produktion von neuen Plastikprodukten. Der Großteil unseres Plastikabfalls wird auf Mülldeponien gelagert oder in andere Länder exportiert.

Der größte Teil findet leider den Weg in unsere Weltmeere. Plastikmüll bedeckt Millionen von Quadratkilometern im Nord-Pazifischen Ozean, im Nordatlantik und in den restlichen ozeanischen Strudeln. Es gibt keine bekannte Methode, die Plastikverschmutzung in den Ozeanen zu beseitigen, da die Plastikpartikel sehr klein sind (so groß wie Plankton) und sich über die gesamte Wassersäule verteilen. Die Menge der Plastikteile in den Ozeanen breitet sich mit verhängnisvoller Geschindigkeit aus.

Es ist „Plastikverschmutzung“, nicht „Meeresmüll“. Wir glauben, dass der Ausdruck „Meeresmüll“ (durchweg von der Plastikindustrie verwendet) euphemistisch, vage und ineffektiv ist. Wir sind hier um über Plastikverschmutzung in den Ozeanen, Plastikverschmutzung auf dem Land und über Plastikverschmutzung in unseren Körpern zu sprechen. Lassen Sie es uns benennen, was es wirklich ist.