PLASTIKLÖSUNGEN


Die Politik – auf der Ebene der Bundesrepublik und der EU – bewegt sich zum Thema Plastik stets in einem Spannungsfeld zwischen Umweltschutz und Lobbyverbänden.

Denn die Kunststoffindustrie hat einen großen Einfluss auf die Politik. Die Kunststoffindustrie macht 800 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr. Allein in Europa verdienen mehr als eine Million Menschen ihr tägliches Brot in der Plastikindustrie. Jeder Industriezweig ist heute auf Kunststoff angewiesen. Wie viel Plastik jährlich weltweit tatsächlich hergestellt wird, lässt sich nur ungefähr schätzen. Man geht von mehr als 200 Millionen Tonnen und wahrscheinlich sogar bis zu 240 Millionen Tonnen jährlich aus. Ein knappes Viertel des Plastikverbrauchs geht auf das Konto von Europa, wo der jährliche Plastikverbrauch 2008, laut einer Studie von PlasticsEurope, bei 48,5 Millionen Tonnen lag. Gefolgt von Italien und Frankreich ist Deutschland mit einem Bedarf von 11,5 Millionen Tonnen der größte europäische Markt für Kunststoffe. Wenn man alle Arbeitsplätze einrechnet, die unmittelbar und mittelbar von der Kunststoffherstellung abhängig sind, kommt man auf die Summe von deutlich mehr als 2 Millionen Menschen in Europa. Europäische Plastikhersteller und Verwerter erwirtschafteten 2008 einen Gewinn von ca. 13 Milliarden Euro.

Anderseits verursacht Plastik erhebliche Umweltprobleme. Im Bereich des Verbots von Plastiktüten bewegt sich die EU in kleinen Schritten. Manche Länder – wie Schottland und Irland – sind in dieser Frage schon weiter. Länder wie Dänemark und Frankreich fördern ein Verbot der Plastikchemikalie Bisphenol A.

Eine einheitliche “Plastikpolitik” ist auf der Ebene der EU und UNO zwingend erforderlich, da hier ein zeitgeschichtliches und globales Problem vorliegt.

Eine “Plastikpolitik” sollte enthalten:

  • Verbot von Primären Mikroplastik durch die Politik.
  • Verbot von Plastiktüten oder hohe Abgaben beim Kauf.
  • Verbot von bedenklichen Endokrinen Disruptoren (Bishenol) und gesundheitsschädlichen Weichmachern
  • Förderung der Forschung zum Thema Plastikmüll und Mikroplastik in der Umwelt.
  • Verordnung zur Ausstattung von Unternehmen und Kläranlagen mit wirkungsvollen Filtern zur Absonderung von Mikroplastik – in erster Linie Tuchfilter.
  • Verordnung zur Ausstattung von Waschmaschinen mit Filtern zur Absonderung von Plastikfasern, insbesondere Fleece.
  • Förderung von Recycling und Kreislaufwirtschaft in allen Ländern.
  • Durchsetzung von MARPOL, dem Verbot der Verklappung von Müll auf See und Integration der Müllgebühren in die Hafenabgabe (No-Special-Fee). Erweiterung auf die private Schiffahrt.
  • Verordnung zum Einsatz von Netzen in der Fischerei, die im Wasser kurzfristig abbaubar sind
  • Ziel einer Verordnung, das Plastik, das potentiell in die Gewässer gelangen kann, dort aufgrund seiner Beschaffenheit in kurzer Zeit abbaubar sein – z.B. nach Zertifizierung 13432.