Entwicklung von biobasierten Weichmacher/Ersatz für Bisphenol A


Substanz aus Holzabfällen könnte den gesundheitsschädlichen Kunststoff-Zusatz Bisphenol A ersetzen.Die Chemikalie Bisphenol A wirkt hormonähnlich und gilt deshalb als gesundheitsschädlich. Trotzdem ist BPA noch immer in vielen Kunststoffen enthalten. Doch das könnte sich bald ändern: US-Forscher haben einen unschädlichen Ersatzstoff für das BPA produziert – aus dem Abfall von Papierfabriken. Schon in zwei bis fünf Jahren könnte aus einem Holzbestandteil hergestellte Ersatzstoff auf den Markt kommen. Viele Kunststoffe und selbst Lebensmittelverpackungen enthalten die Chemikalie, rund 3,5 Millionen Tonnen BPA werden jährlich weltweit produziert! Bisphenol A wirkt hormonartig im Körper von Mensch und Tier und wird für diverse Krankheiten verantwortlich gemacht.

Um aus Holz den Papierrohstoff Zellulose zu gewinnen, werden Holzschnitzel chemisch behandelt. Dabei bleibt der Holzbestandteil Lignin, der den holzigen Pflanzen ihre Festigkeit gibt, als unerwünschtes Nebenprodukt zurück. Wie die Forscher berichten, produzieren Papierfabriken weltweit rund 70 Millionen Tonnen Lignin als Abfallstoff. Bisher werden 98 Prozent davon verbrannt.

Doch in diesen Holzstoff verbergen sich wertvolle Ausgangsmaterialien für einen BPA-Ersatzstoff. Aus den beiden Lignin-Bestandteilen Vannillyl-Alkohol und Guaiacol synthetisierten sie das sogenannte Bisguaiacol F (BGF). Dessen Struktur und Eigenschaften ähneln dem des BPA, aber im Unterschied zu diesem wirkt die neue Substanz nicht hormonähnlich. Dies fanden Forscher der University of Delaware in den USA heraus.

“Wir haben das BGF so entwickelt, dass es den Hormonhaushalt nicht stört, aber trotzdem die erwünschten thermischen und mechanischen Eigenschaften des BPA erhält”, erklärt Kaleigh Reno, einer der Forscher. Auch in punkto Toxizität schnitt das BGF deutlich besser ab als BPA. Der große Vorteil: Der BPA-Ersatzstoff wird aus einem reichlich vorhandenen Abfallmaterial synthetisiert. Daher ist seine Produktion auch in wirtschaftlicher Hinsicht günstig.

Hinzu kommt, dass das Lignin aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz stammt. BGF kann daher sehr viele umweltfreundlicher hergestellt werden als das aus Erdölprodukten synthetisierte BPA, wie die Forscher betonen. In weiteren Versuchen wollen die Wissenschaftler nun belegen, dass sich die Substanz bei der Kunststoff-Herstellung tatsächlich gut als Ersatz für das Bisphenol A eignet. “Wir erwarten hier positive Ergebnisse innerhalb eines Jahres”, sagt Reno. In zwei bis fünf Jahren könnte das BGF marktreif sein. (247th National Meeting & Exposition of the American Chemical Society)

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