Forscher belegen Zusammenhang zwischen Übergewicht und der Chemikalie Bisphenol A


New Yorker Wissenschaftler konnten einen deutlichen Zusammenhang zwischen Übergewicht bei Kindern und Jugendlichen feststellen, die hohe Werte von Bisphenol A (BPA) im Urin aufwiesen.

 

Laut dem Studienleiter, Prof. Leonardo Trasande, handelt es sich um die erste Studie, die den Einfluss von Umweltgiften auf Übergewicht feststellen konnte. Er geht davon aus, dass in Zukunft die dramatische Zunahme von Übergewicht vermutlich unter einem weiteren Blickwinkel betrachtet werden müsste. Inaktivität und ungesunde Ernährung trügen seiner Meinung nach bestimmt auch zum Übergewicht von vielen Heranwachsenden bei, doch ist er überzeugt, dass damit noch nicht alle auslösenden Faktoren gefunden seien.

BPA wirkt im menschlichen Körper hormonähnlich. Es wird beispielsweise für Polycarbonat, einen transparenten, harten Hochleistungskunststoff, verwendet. Dieser findet sich wiederum z.B. in Mehrweg-Getränkeflaschen, Essgeschirr sowie Vorratsbehälter. Auch in Schutzbeschichtungen und Innenauskleidungen für Lebensmittel- und Getränkedosen und -fässer kann BPA enthalten sein. Es kann in geringen Mengen in Lebensmittel und Getränke übergehen, die in Behältern mit BPA-Materialien aufbewahrt werden. BPA steht auch im Verdacht mit beteiligt zu sein an der Entwicklung von Herz-Kreislaufkrankheiten, Brustkrebs, Prostatakrebs, neurologischen Krankheiten, Diabetes und von Unfruchtbarkeit.

Die amerikanischen Wissenschaftler untersuchten zwischen 2003 und 2008 bei etwa 3.000 Kindern und Jugendlichen zwischen 6 und 19 Jahren die Belastung des Urins mit BPA. Der größte Prozentsatz davon wurde über die Nahrung aufgenommen (99%). Sie ermittelten, dass diejenigen Probanden mit den höchsten BPA-Werten ein um das 2,6-fache erhöhte Risiko für Übergewicht hatten. Andere untersuchte Chemikalien aus der Umwelt, wie Phenole, die beispielsweise in Seifen und Sonnencremes Anwendung finden, zeigten keinen Einfluss auf das Körpergewicht.

In der EU ist die Verwendung von BPA zur Herstellung von Säuglingsflaschen aus Polycarbonat (Richtlinie 2011/8/EU) in der EU verboten ist.

Quelle: NYU Langone Medical Center/New York University School of Medicine, EFSA

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