Gegen den Verpackungswahn im Handel 1


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Wer kennt es nicht aus dem Supermarkt. Einkaufstüten, Schutzfolien, Plastikflaschen, Verpackungen für Gemüse, Käse – Plastik überall. Oder Bestellungen beim Online Händler: Hier werden Kleinstprodukte massiv in sogenannten „Blisterverpackungen“ verpackt, oft das zehnfache Volumen vom eigentlichen Produkt. Die Verbraucher schaffen es kaum noch, Plastikverpackungen zu entkommen. Selbst in Biomärkten sind Plastikverpackungen anzutreffen. Doch nicht nur der anfallende Müll ist bedenklich, auch die im Plastik enthaltenen Chemikalien, wie das hormonell wirksame Bisphenol A, belasten Umwelt und Mensch.

Verpackungsmaterial stellen ein Drittel des in Deutschland verwendeten Plastiks dar, weit mehr als Fahrzeuge, Elektronikgeräte oder Haushaltsprodukte zusammen. Einmal benutzt landen die Verpackungen meistens im Müll. Kein Wunder, dass Unmengen an Kunststoffabfällen zu entsorgen sind. Allein in Deutschland handelt es sich um etwa fünf Millionen Tonnen jährlich!

Was geschieht mit dem Müll? Eine Hälfte des Plastiks in Deutschland wird heute verbrannt, die weitere Hälfte wird werkstofflich recycelt, so dass er wieder als Rohstoff für weiteres Plastik dienen kann. Mit der Einführung der gelben Wertstofftonne ab 2015 soll die fachgerechtere Verwertung weiter ausgebaut werden. Neben den bisher im gelben Sack gesammelten Leichtverpackungen, werden dann auch größere Plastikprodukte, wie zum Beispiel Spielzeug, gesammelt und der Verwertung zugeführt.

Dies kann allerdings nicht als Entwarnung gelten. Plastik bleibt ein Stoff, der, aufgrund der chemischen und ökologischen Belastung der Umwelt, im Handel minimiert werden muss.  Plasticontrol fordert daher den Handel und Produzenten auf, aktiv auf Plastikverpackungen –und tüten zu verzichten. PLASTICONTROL HAT DIE GROSSEN HANDELSKONZERNE SCHRIFTLICH AUFGEFORDERT, PLASTIKVERPACKUNGEN ZU REDUZIEREN.

Verbraucher sollten, wo es möglich ist, auf den Erwerb von Plastiktüten und in Plastik verpackte Produkte verzichten. Denn es darf nicht verschwiegen werden, dass einzelne Umstellungsversuche der Industrie auf Bioplastik auch an Beschwerden der Verbraucher gescheitert sind. BITTE NUTZT MEHRWEG PRODUKTE UND BEUTEL.

Bioplastik ist im Übrigen nur eine wichtige Alternative, wenn dieses zertifiziert nach einer Zeit von maximal 6 Monaten im Wasser löslich ist und kein Bisphenol A und Weichmacher enthält. Bedenklich ist, dass aus natürlichen Ressourcen gewonnenes Bioplastik die Agrarflächen der Welt belasten und bisher nicht kompostierbar sind – weder in Biotonne noch Gelber Tonne. Also eine Übergangstechnologie um brennende Probleme der globalen Plastikflut zu bekämpfen. Letztlich bleibt die Verantwortung bei Handel, Produzenten, Verbraucher und letztendlich dem Gesetzgeber. DIE POLITIK MUSS PLASTIKTÜTEN UND MIKROPLASTIK VERBIETEN UND VERPACKUNGSOBERGRENZEN FESTLEGEN.


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Ein Gedanke zu “Gegen den Verpackungswahn im Handel

  • Sewer Josef

    Der industrielle Hanf würde sich hervorragend für die Verpackungen eignen, problemlos beim Anbau, braucht keinen Dünger
    kann zum Heizen und tausend anderen Verwendungszwecken gebraucht werden.