Häuser aus Plastikmüll-Flaschen


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Recyclebares Material wird immer wichtiger und alle wollen umweltfreundlich und nachhaltig bauen. Was ist jedoch mit den unzähligen Tonnen an Plastikmüll auf unserer Erde, die eigentlich nicht wiederverwertet werden können? In Nigeria, Honduras und anderen Entwicklungsländern werden PET-Flaschen, die sich sonst in Gewässern und auf Straßen ansammeln zum Hausbau verwendet. Ein Haus aus Plastikflaschen – dadurch soll nicht nur das Müllproblem in den Griff bekommen, sondern es könnte vielen Obdachlosen ein Dach über dem Kopf geschaffen werden.

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Ein Haus aus Plastikflaschen in Bolivien (© Andreas Froese / ECO-TEC)

Problem Plastikmüll

Tonnen von Plastik sammeln sich auf den Weltmeeren, in Flüssen und Kanälen und täglich wird mehr davon produziert. Vor allem in Entwicklungsländern in Afrika, Asien und Lateinamerika stellt Plastikmüll ein großes Problem dar. PET-Flaschen sind nicht recyclebar.

Jedes Jahr werden über 80 Milliarden davon hergestellt – der Großteil, zwischen 60 und 85 Prozent, wird nicht umweltgerecht entsorgt. Was also tun? Kann man die Plastikflaschen nicht irgendwie sinnvoll wiederverwerten?

Innovativer Lösungsversuch

Andreas Froese, Gründer von ECO-TEC (Ecological Technology Environmental Solutions, LTD), zeigt Menschen auf der ganzen Welt – vor allem in Lateinamerika, aber auch in Indien, Nigeria und vielen weiteren Ländern –  wie man aus Plastikflaschen Häuser baut. Das Unternehmen hat sich auf eine Bauweise aus PET-Flaschen spezialisiert. Hierbei wird der Müll nicht nur sinnvoll genutzt, sondern auch der Wohnungs- und Häuserknappheit entgegengewirkt.

Begonnen hat alles in Honduras, wo Froese die Idee kam, aus Plastikflaschen Häuser zu errichten. Mit Unterstützung von Froese baut die Nichtregierungsorganisation DARE (Development Association for Renewable Energies) seit 2010 energie-autonome  Häuser aus recycletem Material in Nigeria. Das erste Haus ist fertig, im kommenden Jahr wird sogar ein Schulgebäudein der nigerianischen Stadt Seluja in Angriff genommen.

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Männer beim Bau der Mauer für das Haus aus Plastikflaschen in Nigeria. (© Andreas Froese / ECO-TEC)

Angenehme Temperaturen

Wer sich nicht vorstellen kann, in einer Hülle aus Plastik zu hausen wird eines besseren belehrt. Das Haus sieht nahezu aus wie ein gewöhnlicher Bungalow. Der kleine, aber feine Unterschied: Die Wände bestehen aus mit Sand gefüllten Plastikflaschen, die mit Lehm verputzt wurden. Zusammengezurrt mit Schüren wird der Konstruktion die nötige Stabilität verliehen.

Das Baumaterial gilt als feuerfest und kugelsicher und kann sogar Erdbeben standhalten. Ein klarer Vorteil liegt zudem darin, dass im Inneren des Hauses konstante 18 Grad Celsius herrschen – ein Komfort der im heißen Nigeria eher selten ist.

Nachhaltigkeit

Die Bauweise ist also billig, stabil, einfach und kommt der Umwelt zu gute. Der Fluch der Plastikflaschen, nämlich deren Lebensdauer von etwa 300 Jahren, ist bezügliche des Hausbaus ein Segen. Die Häuser sind haltbarer als Gebäude aus Zement. Etwa 14.000 Plastikflaschen wurden für das Haus in Nigeria verbaut. Für das Schulgebäude werden etwa 200.000 benötigt.

So verschwindet wenigstens eine gewisse Anzahl von Flaschen aus der Natur. Die Flaschen werden in der Umgebung eingesammelt – sie kommen von Hotels, Restaurants oder Wohnhäusern. Das ergeizige Ziel: Solarbetrieb, Wasserreinigungstanks, energiesparender Herd und gesammelter Urin für die Düngung des Gartens.

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