Kenia verbietet Verkauf und Produktion von Plastiktüten


Kenia gehörte lange Zeit zu den größten Produzenten von Plastiktüten weltweit. Ein nicht unerheblicher Teil davon wurde im Land selbst verbraucht. Das Problem: Die Tüten wurden nicht richtig entsorgt und tauchten später an sehr ungewöhnlichen Orten wieder auf. So berichteten Schlachthöfe in der Hauptstadt Nairobi davon, dass in den Mägen von Kühen bis zu zwanzig Tüten gefunden wurden. Schon seit rund zehn Jahren gibt es daher Bemühungen, die Nutzung von Plastiktüten gesetzlich zu verbieten. Zweimal fand sich dafür keine Mehrheit im Parlament. Im dritten Anlauf gelang nun allerdings der Durchbruch: Produktion und Import sind seit dieser Woche vollständig verboten. Bei Zuwiderhandlungen drohen Geldstrafen bis zu 32.000 Euro oder eine Freiheitsstrafe von bis zu vier Jahren.

Theoretisch gilt dies für jeden Einwohner des Landes. Die Polizei hat aber bereits angekündigt, dass sie nicht bei Privatleuten auf die Suche nach verbotenen Plastiktüten gehen wird. Vielmehr sollen vor allem die alten Hersteller und die Einzelhändler streng kontrolliert werden. Auf die Umwelt dürfte sich das neue Gesetz extrem positiv auswirken: Bisher wurden in Kenia alleine in den Supermärkten des Landes täglich rund einhundert Millionen Plastiktüten verbraucht. Nicht alle davon landeten in Kuhmägen, oftmals gelangten sie auch in den Indischen Ozean und verschlimmerten dort das Problem der Plastikverschmutzung. Damit ist nun aber Schluss. Große Ketten wie Carrefour haben bereits komplett auf Stoffbeutel umgestellt, die anderen Einzelhändler werden zeitnah nachziehen müssen.

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