Plastikflaschen


130 Liter Wasser aus der Flasche trinkt jeder Deutsche pro Jahr – rund ein Drittel davon bestehen aus Glas, zwei Drittel aber aus Plastik. Plastikflaschen gehen nicht kaputt, wenn sie herunterfallen und sie wiegen weit weniger als Glas – praktisch für die Verbraucher. Wissenschaftler haben mittlerweilein Mineralwasser aus PET-Flaschen hormonartige Substanzen nachgewiesen, die ins Wasser abgegeben werden könnten.

Sogenannte Phthalate-Verbindungen werden vor allem zur Herstellung von PVC-Böden und Kinderspielzeugen, aber auch von PET-Wasserflaschen genommen. Dank der Phthalate wird das Plastik weicher und elastischer als herkömmlicher Kunststoff. Allerdings kann das Sonnenlicht die Substanz aus dem Kunststoff lösen. Wer Mineralwasser oder Fruchtsäfte aus Plastikflaschen trinkt, läuft Gefahr, eine Menge Gift mit zu trinken. Seit Langem ist bekannt, dass Phthalate die Leber und die Spermien schädigen, und dass sie wegen ihrer hormonellen Wirkung dick machen undKrebs sowie viele andere Krankheiten hervorrufen können. Experten raten daher, statt zur Plastikflasche zur Glasflasche zu greifen.

Wie bereits berichtet: Eine im Jahr 2009 durchgeführte Studie der Harvard Universität kam sogar zu dem Ergebnis, dass Menschen, die nur für eine Woche lang aus Polycarbonat-Flaschen tranken, plötzlich einen Anstieg des BPA-Gehalts in ihrem Urin von über 65 Prozent aufwiesen. Diese Studie, die in der Fachzeitschrift Environmental Health Perspectives veröffentlicht wurde, bewies, dass das BPA aus der Verpackung ziemlich schnell in die Nahrung und die Getränke eindringen kann.

Ob die gemessenen Konzentrationen unbedenklich oder möglicherweise doch besorgniserregend sind, ist unter Experten umstritten, insbesondere, da sich viele Gifte in ihrer Wirkung beeinflussen und addieren. Zudem sind einige Flaschen gar nicht gekennzeichnet, sodass niemand wirklich einschätzen kann, wie sie produziert wurden und welche Substanzen darin enthalten sind.

Ein kaum sichtbares Dreieck am Flaschenboden verrät, aus welcher Sorte Kunststoff die Flasche besteht. Das Dreieck ist ein Recycling-Symbol und in seiner Mitte enthält es einen Zahlencode, der sieben unterschiedliche Kunststoffe kennzeichnet. Die meisten Plastikwasserflaschen tragen den Code 01 für PET, einen thermoplastischen Polyester-Kunststoff. Enthält er die 7, sollte die Flasche nicht gekauft werden.

Experten raten, Plastikflaschen prinzipiell nicht in die Sonne zu stellen. Denn mit steigenden Temperaturen lösen sich mehr Stoffe aus dem Material und gelangen in das Getränk. UV-Strahlung beschleunigt diesen Vorgang zusätzlich. Vor allem Einweg-PET-Flaschen sondern das in höheren Dosen als krebserregend geltende Acetaldehyd ab. Schmeckt das Wasser nach Plastik, sollte man es lieber entsorgen.