Nacktschnecken im Meer durch Weichmacher bedroht


Die Plastikteilchen im Meer haben verschiedene Auswirkungen auf die Umwelt. Größere Teile werden zum Beispiel von Fischen, Seehunden oder Vögeln mit Nahrung verwechselt und gefressen. Die Tiere verhungern trotz vollen Magens, verenden an Darmverschluss oder ersticken qualvoll in Netzresten. Darüber hinaus kann Plastik den Hormonhaushalt der Meeresbewohner stören: Viele Kunststoffe beinhalten Weichmacher, damit sie elastisch werden. Diese lösen sich kontinuierlich heraus und gelangen nach und nach ins Wasser. Das Problem ist, dass Weichmacher auf viele Lebewesen ähnlich wie Hormone wirken.

Das hat zum Teil drastische Folgen: Weltweit sind bereits rund 150 Meeresschneckenarten ausgestorben. Die Weichmacher haben bei ihnen dazu geführt, dass die weiblichen Schnecken vermännlichten. Und ohne fruchtbare Weibchen gab es keine Fortpflanzung. Ähnliche Phänomene wurden bereits bei einigen Fischarten beobachtet. Hier führen hormonähnliche Substanzen im Wasser zwar dazu, dass sich aus den Fischeiern nur weibliche Tiere entwickeln. Die Konsequenz aber ist die gleiche.

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