PLASTIKMEER


Plastik im Meer

Lesser Black Backed Gull killed by a discarded waste plastic ring.Samson Island, Isles of Scilly, UKImmer mehr Plastik befindet sich in den Meeren. Der bunte Plastikmüll auf dem Meer tötet Vögel und andere Meeresbewohner, verstopft Fischernetze und klemmt sich in Schiffsschrauben. 100 Kilogramm Plastik benötigt allein ein Europäer pro Jahr. Bis zum Jahr 2015 werden es nach UNEP-Prognosen bereits 140 Kilogramm sein. Während aber beispielsweise in Norwegen oder der Schweiz 80 Prozent des Plastiks recycelt oder auf andere Weise wiederverwendet werden, gilt das etwa in Großbritannien für weniger als ein Viertel der Plastikabfälle.

80 Prozent des Kunststoffmülls, die UNO spricht von insgesamt weltweit jährlich rund 6 Millionen Tonnen, gelangen über Flüsse in die Ozeane. Die Meeresschutzorganisation Oceana schätzt, dass weltweit jede Stunde rund 675 Tonnen Müll direkt ins Meer geworfen werden, die Hälfte davon ist aus Plastik. Das regionale Übereinkommen zum Schutz der Meeresumwelt des Nordostatlantiks mit der Nordsee (OSPAR) zählte 2009 durchschnittlich 712 Müllteile pro 100 Meter Küstenlinie, drei Viertel davon waren aus Plastik. Das Problem des Plastikmülls stellt die extrem lange Zeit dar, die Plastik im Meer bis zur völligen Auflösung benötigt, bis zu 450 Jahre und länger:

Laut einer Studie des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) treiben bis zu 18.000 Plastikteile in jedem Quadratkilometer der Weltozeane. Diese machen jedoch nur 15 Prozent des Mülls aus, mehr als 70 Prozent sinkt auf den Meeresboden und bleibt unserem Auge verborgen, weitere 15 Prozent werden an den Küsten angespült – was wir sehen ist also nur die Spitze des Eisbergs. Plastik ist im Meer nahezu unvergänglich, es zersetzt sich über Jahrhunderte und gibt so nach und nach kleinere Bruchstücke und Giftstoffe an die Umgebung ab. Zudem gelangt Mikroplastik aus Kosmetik- und Körperpflegeprodukten über die Abwässer in die Meere. Waschmaschinen und Kläranlagen verfügen noch über keine Möglichkeiten, diese Partikel auszusondieren.

Meerestiere verwechseln das Plastik oft mit Nahrung, sterben daran oder werden durch die chemischen Inhaltstoffe in Mitleidenschaft gezogen. Am Ende der Nahrungskette kann der Mensch dann sein eigens produziertes Plastik zu sich nehmen.

Selbst wenn die Menschheit morgen damit aufhörte, Plastik zu produzieren – die vielen Millionen Tonnen, die bislang in die Ozeane gelangt sind, werden noch vie Jahrhunserte mit den Strömungen um die Welt treiben.

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