Bakterien und Co. – eine unsichere Option


Mittlerweile existieren zunehmend Konzepte, mit plastikfressenden Lebewesen gegen das Plastikproblem vorzugehen.

Mithilfe von Mikroben zum Beispiel. Im Jahr 2011 entdeckte der US-amerikanische Meeresbiologe Tracy Mincer auf kleinen Plastikstücken Proteobakterien, die sich in den Kunststoff fraßen. Die Müllbeißer waren bis dahin nur von Abfallhalden an Land, nicht jedoch aus dem Meer bekannt.

Seither erforscht Mincer mit seinen Kollegen am Woods-Hole-Institut für Ozeanographie, einer privaten und von der Industrie mitfinanzierten Forschungseinrichtung in Massachusetts, die Stoffwechselwege dieser Mikroben. “Wir arbeiten derzeit daran, wie sich die Bakterien auf dem Plastik festsetzen und welche Nebenprodukte bei dem Zersetzungsvorgang entstehen.” Ob sie der Umwelt einen Gefallen tun, lässt sich also noch nicht sagen. Denkbar wäre nämlich auch, dass sie die Giftstoffe aus dem Plastik durch die Verdauung des Mülls überhaupt erst freisetzen.

“Auch wenn sich die Bakterien natürlicherweise im Ozean von Plastik ernähren, werden sie unser großes Müllproblem nicht lösen”, sagt hingegen der Meeresbiologe Gutow. Unmengen solcher Bakterien zusätzlich im Ozean auszusetzen, sei sicherlich nicht der richtige Weg. Plastik, das sich bereits in kleine Schwebeteilchen aufgelöst hat, mit feinen Filtern aus dem Meer zu holen, berge wiederum das Problem, dass nützliche Bakterien und für das Ökosystem wichtiges Plankton gleich mit entsorgt werden würden.

Auch Mehlwürmer oder Wachswürmer zeigten diverse Fähigkeiten, Plastik zu fressen. Dies sind interessante Konzepte, bereits angefallenes Plastik zu zersetzen, statt der Verbrennung zuzuführen – mit entsprechenden Auswirkungen auf die Umwelt. Also als Teil von Receycling Konzepten.

Als Wundermittel gegen das globale Plastikproblem scheinen diese Optionen bisher nur wenig geeignet zu sein.