Plastikgifte in Schweizer Kinderjacken


Gift in Kinderjacken in der Schweiz: Alles noch viel schlimmer?


Liebe Schweizer Leser, Achtung, Schadstoffe!

Diese Kinderregenjacken der Migros enthalten giftige Chemikalien.
Spezifische Gesetze zu Schadstoffen in Textilien gibt es in der Schweiz nicht. Für Spielwaren und Babysachen hingegen schon: Im August 2012 hat der Bund eine «Verordnung über die Sicherheit von Spielzeug» erlassen. Darin definiert er unter anderem Grenzwerte für chemische Eigenschaften. Beim Test der Migros-Kinderjacken hat sich Greenpeace an dieser Verordnung orientiert, die für sechs bestimmte Phtalate einen Grenzwert von 0,1 Massenprozent vorschreibt. Eine weitere gesetzliche Regelung findet sich in der «Verordnung über Gegenstände für den Schleimhaut-, Haut- und Haarkontakt sowie über Kerzen, Streichhölzer, Feuerzeuge und Scherzartikel» von 2005.

Diesen Februar fand die Umweltorganisation Greenpeace in einer Kinderregenjacke «alarmierende Mengen» an Giftstoffen. Eine Regenjacke der Eigenmarke Trevolution enthielt hohe Konzentrationen an gesundheitsschädlichen Weichmachern, sogenannten Phthalaten, sowie an Fluortelomeralkoholen (FTOH). Die Konzentration von FTOH war laut Angaben von Greenpeace die höchste, die sie je in Outdoorkleidern gemessen hat.

Der Detailhändler nahm daraufhin die betreffende Kinderregenjacke aus dem Sortiment. Doch das Problem hat er damit nicht gelöst. Greenpeace hat inzwischen weitere Labortests durchgeführt und fand in drei weiteren Trevolution-Kinderjacken hohe Schadstoffwerte. Die Konzentration der umwelt- und gesundheitsschädigenden Giftstoffe ist dort sogar noch zehnmal höher als in der ersten getesteten Jacke.

Gefährlicher Reissverschlussanhänger

Besonders giftig sind die Reissverschlussanhänger. Laut den Angaben von Greenpeace überschreiten diese den gesetzlichen Grenzwert für Spielzeuge und Babyartikel um bis zu 600-mal. Gerade die Anhänger nehmen Kinder aber gerne in den Mund. Einige der nachgewiesenen Giftstoffe wie die Weichmacher Bisphtalate (DEHP) sind hormonaktiv und fortpflanzungsgefährdend. Mehrere von ihnen – DEHP und Diisobutylphthalate (DIBP) – sind in der Schweizer Chemikalienverordnung als «besonders besorgniserregende Stoffe» aufgeführt und werden europaweit bald verboten sein. Damit verletze die Migros die gesetzlich vorgeschriebene Sorgfaltspflicht, kritisiert die Umweltorganisation.

«Die Schadstoffe in den Kinderkleidern zeigen, dass Migros ihre Textilproduktion nicht im Griff hat», stellt Mirjam Kopp von Greenpeace fest. Die Chemikalienfunde in den Migros-Regenjacken würden nicht nur für die Konsumenten in der Schweiz, besonders für die Kinder, ein Risiko darstellen. Sie belegen auch, dass in der Kleiderproduktion für die Migros in China Giftstoffe in grossen Mengen eingesetzt werden und dort die Flüsse verseuchen, schreibt die Umweltorganisation.

 

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