Segler berichtet von Plastikmüll und Überfischung im Pazifik


stockvault-sailboat97343Der Segler Ivan Macfayden berichtet von seinen Erfahrungen mit der Vermüllung und Überfischung der Meere. Zuletzt hatte er die Strecke Osaka Melbourne vor 10 Jahren gesegelt. Damals gab es Fisch zum Angeln, Besuche von Walen und nur gelegentlich Müll. Dies hat sich zu seinem Törn 2013 verändert. Im Pazifik schwimmen – neben dem Müll aus dem Tsunami in Japan – mehrere gigantische Müllinseln. Laut dem deutschen Umweltbundesamt sind es bis zu 140 Millionen Tonnen Abfall, die in den Meeren liegen, schwimmen oder an die Strände treiben. Millionen Tonnen Müll treiben allein in den fünf bis sechs großen Strudeln der Weltmeere – auch im Pazifik. Aber auch außerhalb dieser Strudel nimmt der Anteil des Mülls drastisch zu. Dreiviertel des Mülls in den Meeren besteht aus Kunststoff. Durchschnittlich treiben rund 13.000 Plastikpartikel pro qm² Meereswasser. Der Plastikmüll wird von Meerestieren oft mit Nahrung verwechselt. Bei der Mehrzahl der Vögel der Nordsee wurden Plastikpartikel in den Mägen nachgewiesen, ebenso im Wattbewohnern. Schildkröten verwechseln insbesondere Plastiktüten mit Quallen. Ein verendeter Wal in Spanien hatte viele Kilo Plastikmüll im Magen. Plastikmüll wurde zuletzt von Forschern auch in der entfernten antarktischen Tiefsee nachgewiesen. Plastik benötigt bis zu 500 Jahre zur vollständigen Zersetzung. In seinem Zerfallprozess setzt Plastik giftige Chemikalien frei und bindet wiederum andere Bestandteile. Eine Art ” Plastiksuppe” entsteht. Um diese nicht weiter ausarten zu lassen ist globales Engagement bei gleichzeitig national veränderten Verbraucherverhalten notwendig.

http://segelreporter.com/panorama/muell-im-meer-australischer-segler-berichtet-von-riesigen-muellflaechen-im-pazifik/