Studie weist viel Mikroplastik in Kläranlagen nach


Eine neue Studie des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung zeigt die Belastung von Kläranlagen mit Mikroplastik. 

Im Auftrag des Institutes hatten der Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbands (OOWV) und der Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) Proben aus dem Ablauf von zwölf Kläranlagen entnommen. Die Belastung durch Partikel reichte von 86 pro Kubikmeter bis zu 714 je Kubikmeter und durch Fasern von 98 bis 1479 pro Kubikmeter. Die Kläranlage Oldenburg verfügt über eine Schlussfiltration (Tuchfilter) und reduzierte mit dieser den Anteil um Mikroplastik um fast 100%. Dagegen zeigte eine weitere Kläranlage eine erhebliche Belastung mit 13.000 Partikeln je Kubikmeter – weitere Untersuchungen sind hier fällig. Vielleicht stammen die Partikel aus Industriebetrieben der Nähe.

Mikroplastik kann aus Kosmetika und Körperpflegeprodukten oder aus in der Waschmaschine gewaschener Fleece Kleidung über die Abwässer aus den Haushalten in die Käranlagen geraten. Aber auch in Industrieabwässern kann dieses enthalten sein. Mikroplastik wird mittlerweile in Seen, Flüssen und Meeren nachgewiesen. Dort kann es Schadstoffe binden und in die Nahrungskette gelangen. Je nach Anlagengröße gelangen pro Jahr zwischen 93 Millionen und 8,2 Milliarden Partikeln in die Vorfluter und damit in die Gewässer. Aber auch im Klärschlamm wurden große Mengen Mikroplastik gefunden. Je Kilogramm Trockenmasse waren es zwischen gut 1000 und mehr als 24 000 Teilchen. Für jede Kläranlage ergibt das hochgerechnet Werte zwischen 1,2 und 5,7 Milliarden Partikeln und Fasern. Wenn Klärschlamm auf Felder ausgebracht wird, gelangen die Teilchen abermals in die Umwelt.

PLASTICONTROL setzt sich für die Umrüstung von Kläranlagen mit Schlussfiltern ein. Zudem fordern wir Filtersysteme gegen Fleece und andere Kunststoffteile für Waschmaschinen. Bis dato gilt: Verzichtet auf das Waschen von Fleece Klamotten. Mit jedem Waschgang werden bis zu 2000 Teile Mikroplastik frei gesetzt. Und verzichtet auf Kosmetika und Körperpflegeprodukte mit Mikroplastik: PE, PA, AC, ACS als Inhaltsangabe bedeuten, das Mikroplastik im Produkt enthalten ist.

Quelle: www.dpa.de / Albert Wegener Institut