Weichmacher in Lebensmitteln – Unfruchtbar durch DEHP


Gefährliche Weichmacher in Lebensmitteln

Dr. Marike Kolossa © NDR Detailansicht des Bildes Marike Kolossa vom Umweltbundesamt befürchtet Entwicklungsschäden durch Weichmacher. Eingeschweißter Käse, abgepackte Butter und Schlagsahne könnten gesundheitsschädlich sein. Das hat eine Stichprobe für die NDR Sendung “Der große Küchen-Check” ergeben. Von 19 untersuchten Lebensmitteln enthielten sieben den Weichmacher DEHP. Das entspricht rund 40 Prozent.

Machen Weichmacher unfruchtbar?

Weichmacher stehen im Verdacht, Diabetes, Asthma und Atemwegserkrankungen zu fördern. Die problematischste Folge ist für Experten allerdings eine mögliche Unfruchtbarkeit bei Männern. Eine neuere Studie kommt zu der Erkenntnis: Die Hälfte aller jungen Männer zwischen 18 und 23 Jahren in Deutschland ist nur noch eingeschränkt fruchtbar.

Ein wichtiger Faktor dabei ist die verbreitete Aufnahme von Weichmachern insgesamt. Lebensmittelverpackungen können Weichmacher wie Diethylhexylphthalat, kurz DEHP, enthalten. Die Gifte können aus der Verpackung in die Lebensmittel und später beim Essen in unsere Körper gelangen. Deshalb ist DEHP in Kunststoffen, die in Kontakt mit Lebensmittel kommen, seit 2006 weitgehend verboten.

“Wir befürchten gesundheitliche Schäden”

Géramont Weichkäse © NDR Detailansicht des Bildes In der NDR Stichprobe enthielt der Géramont Weichkäse 80 Mikrogramm DEHP pro Kilogramm. Trotzdem gibt es immer wieder Funde. Die Stichprobe des NDR bestätigt das: Belastet sind unter anderem Géramont Weichkäse mit 80 Mikrogramm pro Kilogramm, Bertolli Pesto mit 240 µg pro kg und Kerrygold Butter mit 520 µg pro kg. Am meisten DEHP enthält Saint Albray Käse mit 910 µg pro kg.

Zwar liegt jedes der Ergebnisse unter den vorgeschriebenen Grenzwerten, doch für Marike Kolossa vom Umweltbundesamt ist das kein Grund zur Beruhigung. Denn Grenzwerte gingen immer davon aus, dass man nur eine bestimmte Menge von diesen Lebensmitteln esse. In der Praxis könne dies ganz anders aussehen. Außerdem warnt die Toxikologin: “Wir finden diese Stoffe in allen Menschen in Deutschland, und einige sind so hoch belastet, dass wir Entwicklungsschäden und gesundheitliche Schäden befürchten müssen.”

Unternehmen reagieren zum Teil

Bertolli Pesto © NDR Detailansicht des Bildes Laut dem Hersteller von Bertolli will man die Ursache für das DEHP herausfinden. Die betroffenen Unternehmen reagieren abwiegelnd bis besorgt. Beispielsweise will der Hersteller von Bertolli Pesto alle Optionen prüfen, um die Ursache auszumachen. Der Produzent von Kerrygold Butter schreibt, er werde die NDR Untersuchungen zum Anlass nehmen, um seinen kompletten Prozess noch einmal zu durchleuchten. Der Hersteller von Géramont und Saint Albray teilt mit, er erfülle die Normen des Lebensmittelrechts. (Quelle: www.ndr.de)

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