Zusammenfassung T-T-T Fernsehbeitrag / Film Midway Buch von Callum Roberts


Der Mensch und das Meer

Plastikmüll in Austellungshalle (Bild: dpa/  Alex Ehlers)

Professor Callum Roberts arbeitet als Meeresbiologe an der Universität von York in Großbritannien. Er hat eine Bestandsaufnahme der Weltmeere gemacht und in dem Buch “Ocean of Life” veröffentlicht, das im Frühjahr auch in Deutschland erscheint. Darin geht es um Todeszonen in den Meeren, um Überfischung und es geht um unseren Plastikmüll aus 70 Jahren.
 “In einigen Teilen der Welt”, so Callum Roberts, “zum Beispiel am Mittelmeer, finden sie 20.000 Plastikteile pro km Strand. Das ist wahnsinnig viel – das Mittelmeer ist eins der verdrecktesten der Welt. Wenn man all die Haufen von ausgewaschenem Plastik sieht – das macht einen echt wütend. Was für eine Wegwerfgesellschaft! Wir müssen etwas dagegen tun!”
 

“In der Mitte des Pazifik”, so Roberts, “nisten die Albatrosse auf weit entlegenen Inseln. Sie fliegen Tausende Kilometer über den Müllteppich im Wasser. In den letzten Jahren haben sie auch begonnen Plastikteile, die auf dem Meer schwimmen, aufzusammeln. Damit füttern sie dann ihre Jungen.”

Was das bedeutet, zeigt auch Filmemacher Chris Jordan in seiner Dokumentation, die im Herbst in die Kinos kommt. “Midway” – eine Pazifikinsel voller Plastik. 3600 Kilometer von jeglichem Festland entfernt. Albatros-Küken verenden dort qualvoll an unserem Müll.
 
Aber nicht nur für Seevögel und Fische ist dieser Plastikmüll tödlich – er wird über kurz oder lang auf unseren Tellern landen. Denn das Plastik wird im Meer in immer winzigere Teile zermahlen und gelangt in die Nahrungskette. Je kleiner die Teile, umso größer wird das Problem für uns Menschen.
“Diese kleinen Plastikteile”, so Roberts, “saugen Chemikalien aus dem Wasser an wie ein Schwamm. Und wenn zum Beispiel Thunfische diese Teile fressen, so reichern sich die Plastik-Gifte im Thunfisch-Gewebe stark an. Quecksilber-Verbindungen zum Beispiel.”
 

Es soll niemand mehr sagen, er hätte eine Plastiktüte “weg”-geschmissen. Nein, dieses Zeug verfolgt uns. Und es ist gemacht für die Ewigkeit. Eine schlichte Schautafel in der Ausstellung erinnert uns daran, dass zum Beispiel Sixpack-Ringe 400 Jahre halten und Plastikflaschen 450 Jahre.

Und Callum Roberts will noch mehr: Er fordert den Bau von Spezialschiffen, die mit großen Sieben den Plastikmüll aus dem Meer fischen. 160 solcher Schiffe bräuchte man und sie müssten fünf Jahre lang Tag und Nacht die Weltmeere säubern. Fünf  Jahre – das ist viel, aber es ist nichts gegen 450 Jahre, die eine Plastikflasche im Meer schwimmt.
 
Info-Box: Das Buch:
Callum Roberts “Der Mensch und das Meer: Warum der größte Lebensraum der Erde in Gefahr ist”
Übersetzt von Sebastian Vogel
450 Seiten, € 24,99   
ISBN 978-3421044969
Deutsche Verlags-Anstalt
erscheint am 22. April 2013

Info-Box: Die Ausstellung:
Endstation Meer? Das Plastikmüll-Projekt
Museum für Kunst und Gewerbe
Steintorplatz, 20099 Hamburg
18. Dezember 2012 bis 31. März 2013

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